Sperrmüllfund

Sperrmüllfund

Das Lieblingsspiel meiner besten Freundin und mir war zu Schulzeiten „ Sachensucher“. Einmal im Monat war bei uns in der Nachbarschaft der Sperrmülltermin.

Wir konnten es kaum erwarten und sind nachmittags begeistert losgezogen. Natürlich haben wir IMMER tolle Funde mit nach Hause gebracht. Meine Mutter hat oft die Nase gerümpft und die Schätze mussten in der Gartenhütte gelagert werden. Ich habe sie in Verdacht, dass sie das eine oder andere Teil heimlich wieder entsorgt hat.

Seit Jahren schon habe ich entweder keine Zeit mehr zu wühlen, schäme mich auch etwas oder die organisierten polnischen Kleinbusse waren schneller als ich.

… bis vor Kurzem! Da war ein Nachbar wohl etwas zu früh dran und auf der gegenüberliegenden Straßenseite entdeckte ich beim Einkaufen ein riesiges einsames Bild, wunderschön mit Spinnweben verziert. Darauf ein alter stadtdruck von Meran. Meran wurde nun scheinbar nicht mehr geliebt.

Umso besser für mich, mein Künstlerherz jubelte innerlich so sehr, dass mein „damenhafter“ Verstand völlig betäubt wurde und ich packte das schwere Teil und schleppte es mit meinem Einkauf nach Hause.

Es war größenmäßig eine wirkliche Herausforderung für meinen Maltisch, aber der Wille war stark genug.

Ich habe Teile des Druckes abfotografiert, in verschiedenen Größen ausgedruckt und auf das bild collagiert. Mit Pappmaterialien und Strukturpasten habe ich den Untergrund vorbereitet. Aus Acrylfarbe und Klavierlack entstand dann „Meran im Fluss“.

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Zu bewundern ist das Bild jetzt als Blickfang in der Rezeption meiner Praxis ( und natürlich unter         „ meine Arbeiten“ auf dieser Seite).